Archiv der Kategorie: Blindnieten Wissen

Blindnieten an sich und die dazugehörige Verbindungstechnik ist vielen Handwerkern nicht bekannt. Die Technik ist jedoch schon etwa 1950 entstanden und hat sich bis heute zu einem vielseitigen Einsatzgebiet weiterentwickelt. Um Ihnen den Einstieg in die Blindniettechnik zu erleichtern, haben wir hier das erforderliche Grundwissen und interessante Einblicke zusammengetragen. Auch als Profi finden Sie hier weiterführende Informationen zur Ergänzung Ihres Fachwissens.

Was sind Blindnieten?

Blindnieten sind eine besondere Form der Hohlnieten, die nur den Zugang von einer Seite der zu verbindenden Bauteile erfordern. Dies ist auch der entscheidende Vorteil der Blindnieten. Zum befestigen der Nieten wird zwingend eine Blindnietzange benötigt. Mit der Zeit sind eine ganze Reihe Sonderformen der Blindnieten entstanden. Zum Beispiel Durchziehnieten, Bolzennieten, Dichtblindnieten, Stufenblindnieten und viele weitere.

Wie sind Blindnieten aufgebaut?

Blindnieten bestehen aus einen hohlen Nietenkörper, einem langen Dorn mit Dornkopf und Sollbruchstelle und einem Setzkopf. Der Setzkopf ist je nach Aufgabenstellung der Niete als Flachkopf, Großkopf oder Senkkopf ausgeprägt. Die gebräuchlichsten Durchmesser für Blindniete sind 2,4 mm, 3,2 mm, 4,0 mm und 4,8 mm. Erhältlich sind Blindnieten aus Stahl, Edelstahl, Kupfer und Aluminium.

Blindnieten FlachkopfBlindnieten SenkkopfBlindnieten Großkopf
FlachkopfSenkkopfGroßkopf

Flachkopf: Dies ist die gebräuchlichste Ausführung. Der Flachkopf ist jedoch nicht für weiche Materialien geeignet.
Senkkopf: Der Senkkopf wird verwendet, wenn die Blindniete nach dem Fügevorgang bündig mit dem äußeren Bauteil abschließen soll.
Großkopf: Sollen weiche Materialien, wie zum Beispiel Kunststoff, verbunden werden, werden Blindnieten mit Großkopf verwendet. Durch ihre Größe verteilen Sie den Druck auf eine größere Fläche.

Wie werden Blindnieten verwendet?

Der Nietvorgang erfolgt von nur einer Seite der zu verbindenden Bauteile. Dies ist auch der große Vorteil von Blindnieten, dass nur von einer Seite aus der Zugang für den Verbindungsvorgang erforderlich ist. Genietet wird in der Regel von der äußeren Seite der Bauteile. Beim nieten wird die Popniete mit dem Dornkopf durch das Bohrloch gesteckt. Anschließend wird auf der Arbeitsseite der Niete der lange Dorn mit einer Blindnietzange herausgezogen. Dadurch wird der Dornkopf auf der anderen Seite der Bohrung in den Hohlkörper der Niete gezogen. Da der Dornkopf größer als der Hohlkörper der Blindniete ist, wird der Nietkörper dabei auseinander gedrückt. Die Zange verfügt über eine große Hebelübersetzung, wodurch der Dorn mit entsprechend großer Kraft gezogen werden kann. Im weiteren Verlauf werden die beiden Bauelemente an der Bohrung zusammengedrückt. Sitzen die beiden Bauelemente fest zusammen und läßt sich der Kopf nicht weiter in den Nietkörper ziehen, reißt der Dorn an der Sollbruchstelle ab. Hat man alles richtig gemacht, ragt der Rest des Dornes nicht aus den Blindnieten heraus. Der abgerissen Teil des Dornes befindend sich nach dem Nieten in der Nietzange und wird entsorgt.

Woher stammt der Name Popnieten?

Umgangssprachlich werden Blindnieten auch als POP-Niete oder auch Popnieten bezeichnet, was von der Marke POP des ersten Herstellers George Tucker Eyelet Company herrührt.

Die Erfindung der Popnieten

Etwa 1934 erhält die George Tucker Eyelet Company in Großbritanien von einem Flugzeughersteller die Anfrage für die Entwicklung eines neuen Befestigungssystems. Die Befestigungslösung sollte die Eigenschaft besitzen, zwei Bauteile von nur einer Seite aus verbinden zu können. Daraufhin wurden bei der George Tucker Eyelet Company die Popnieten entwickelt. Die neuen Nieten werden seither unter der Marke POP vertrieben. Während des zweiten Weltkrieges wurden bis zu 3000 Millionen Nieten pro Jahr produziert. Anfang der 1950er Jahre entwickeln sich auch in Europa Absatzmärkte für die neuen POP-Nieten. Um das Geschäft weiter auszubauen, wird 1959 in Deutschland die Tucker GmbH in Gießen gegründet um von hier aus den europäischen Markt mit Nieten beliefern zu können. Seither wurde diese Verbindungstechnik kontinuierlich weiter entwickelt. Neben den ursprünglichen Popnieten kamen eine Vielzahl weiter POP Blindnieten auf den Markt. Besonders die POP Blindnietmuttern ist weit verbreitet. 2012 wurde die Produktion von Nieten in Birmingham eingestellt und nach Deutschland verlegt. Heute werden in Gießen von ca. 1200 Mitarbeitern Popnieten und andere Verbindungslösungen hauptsächlich für die Autoindustrie hergestellt.

Alles über Blindnieten

Blindnieten sind eine spezielle Form der Hohlnieten. Ihr großer Vorteil ist, dass der Verbindungsvorgang von nur einer Seite aus erfolgt. Desweiteren können mit Blindnieten auch dünne Bleche und weiche Materialien verbunden werden. Blindnieten sind umgangssprachlich auch unter den Namen Popnieten, Dornnieten oder Zugnieten bekannt. Neben den klassischen Blindnieten gibt es eine Vielzahl an Varianten dieser Nietenform. Genannt seien hier Hammerschlagnieten, Durchziehnieten, Bolzennieten, Dichtblindnieten, Stufenblindnieten, Senkkopfnieten, Bolzennieten und viele weitere. Gerade die große Anzahl an Spezialnieten und entsprechenden Bezeichnungen macht diese Verbindungstechnik für Laien zu einem undurchschaubaren Arbeitsgebiet.

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